Diese
Verfahrensweise ist ganz besonders von Tierschützern attackiert und
demonstriert worden. Inzwischen gibt es in China Organisationen wie die „Animals
Asia Foundation“, die sich die Befreiung der Kragenbären zur Aufgabe gemacht
hat. In den letzten Jahren wurden über 200 Kragenbären befreit. Sie benötigen
allerdings nach einer solchen Befreiung intensive medizinische Betreuung, da
die Muskeln durch den Bewegungsmangel atrophieren und das Verhalten gestört
ist. Vielen Bären fehlen Gliedmaßen, und einige sind sogar hirngeschädigt. Ein
Großteil der befreiten Bären stirbt über kurz oder lang an Leberkrebs, der zu 89 % durch das jahrelange
Galleabzapfen verursacht wird.
Seit
15 Jahren gibt es die „Animals Asia Foundation“, die für die Befreiung der Tiere
kämpft um ihnen ein zweites, besseres Leben zu ermöglichen.
Die verantwortlichen Personen auf den Bärenfarmen schneiden den Bären ohne
Betäubung den Bauch auf und rammen einen Metallkatheter in den Unterleib des
Tieres. Zweimal täglich wird den Bären in solchen Bärenfarmen Gallensaft
abgezapft. Der Gallensaft wird zu Pulver verarbeitet und in der traditionellen
Chinesischen Medizin ( TCM ) als Allheilmittel zur Linderung von Fieber und
Augenleiden eingesetzt. Offiziell ist dies jedoch schon längst verboten, es
gibt gute Alternativen, wie zum Beispiel Kräuter und synthetische Stoffe. Doch
viele Chinesen sind darüber noch nicht informiert und aufgeklärt worden und setzen
auch noch heute auf die traditionelle Medizin.
Der Schwarzhandel explodiert förmlich: Ein Kilo Bärengalle bringt bis zu 490
Euro, flüssiges Gold.
Dafür müssen die Bären jedoch unendliche Schmerzen aushalten, sie leiden unter chronisch entzündeten Bäuchen. Blut, Eiter und Gallenflüssigkeit tropfen aus ihren Wunden. Um die Bären gefügig zu machen, ziehen die Chinesen den Bären die Krallen und schleifen ihre Zähne ab.
Zu essen bekommen die Mondbären nichts außer Essensreste und dreckiges Wasser. Bis zu 20 Jahre vegetieren die Bären in solchen Farmen. Prächtige Wildtiere, nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Die von Animals Asia betriebenen Bären-Rettungszentren in Chengdu, China und in Tam Dao, Vietnam, bieten den Bären komfortable Behausungen und naturnahe Außengehege. In dieser sicheren Umgebung können sie sich erholen und ihre restlichen Jahre in der Gesellschaft anderer Bären verbringen. Bis heute wurden rund 578 Farmbären gerettet und in Rettungszentren übergeben.
Während ihrer Genesung beobachtet das Team von Animals Asia das Verhalten und den Gesundheitszustand der Tiere genau. Der tägliche Umgang mit den Bären und regelmäßige Gesundheitschecks gewährleisten die bestmögliche Pflege. Außerdem haben die Mitarbeiter dadurch die Möglichkeit, wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über die physischen und psychischen Auswirkungen des Galleabzapfens zu sammeln. Durch die Veröffentlichung von Berichten und Artikeln hat die Organisation dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit der Wissenschaftsgemeinde auf die Mondbären zu lenken und die Öffentlichkeit für die grausame Brutalität der Bärengalleindustrie zu sensibilisieren.
*Markierung wegen Bild und Videorechten:
Animals Asia Foundation
Den nächsten Teil veröffentlichen wir kommende Woche. Fortsetzung folgt...